Was halten Sie von der Idee der Monetative?

http://www.meinparlament.at/frage/8044/

Frage an den österreichischen Finanzminister.

Hier der Wortlaut by copy/paste:

Frage an Michael Spindelegger

THEMA: Finanzen

25.01.2014
Frage von Name des Fragestellers Name des Fragestellers
Sehr geehrter Herr Finanzminster!

Was halten Sie von der Idee der Monetative?

Die Ziele:

die Wiederherstellung des staatlichen Vorrechts der Geldschöpfung in der Verantwortung der Zentralbank [Anmerkung: reformierte Zentralbank = Monetative, geldschoepfende Gewalt, Trennung von Geldschoepfern und Geldausgebern – der Regierung, Geldschoepfung nach reinem Ermessen der Monetative auf „Regierungskonto“]

die Beendigung jeglicher Bankengeldschöpfung

die Inumlaufbringung neuen Geldes durch öffentliche Ausgaben.

http://www.monetative.de/unsere-initiativerklrung/

Antwort ist noch ausständig
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Eine Antwort zu Was halten Sie von der Idee der Monetative?

  1. Anonymous schreibt:

    Antwort:

    Vielen Dank für Ihre Anfrage zum Thema Geldschöpfungsprozess. Ich darf Ihnen dazu nach Mitbefassung unserer Experten im Hause Folgendes mitteilen:

    Geldschöpfung kann vereinfacht als die Vermehrung der Geldmenge durch das Bankensystem (Zentralbank und Geschäftsbanken) bezeichnet werden. Man unterscheidet dementsprechend zwischen Zentralbankgeldschöpfung und Giralgeldschöpfung. Der ursprüngliche Impuls zur Geldschöpfung geht von der Zentralbank aus, die darauf das Monopol besitzt. Das Zentralbankgeld (dies setzt sich aus Bargeld und Sichtguthaben der Geschäftsbanken bei den Zentralbanken zusammen) bildet die Basis der Giralgeldschöpfung durch den Bankensektor.

    Der Geldschöpfungsprozess der Banken ist über die Kreditvergabe ein banktechnischer Prozess. Durch die Vergabe von Krediten wird Giralgeld geschaffen, welches zusätzlich in den Geldkreislauf einfließt. Zwischen dem Zentralbankgeld und dem Giralbankgeld wirkt der sogenannte Multiplikatoreffekt, da das Zentralbankgeld die Basis zur Schaffung des Giralbankgeldes darstellt. Festzuhalten ist jedoch, dass Banken durchaus in ihrer Kreditvergabe durch Eigenkapitalvorschriften und auch durch Mindestreserveanforderungen beschränkt sind und Banken somit nicht unbegrenzt Giralgeld schaffen können.

    In dem von Ihnen angesprochenen Vollgeldsystem würde den Geschäftsbanken diese Schaffung von Giralgeld verboten werden und eine Erhöhung der Geldmenge wäre nur noch direkt durch die Zentralbank durchführbar. Dieses in der Theorie zwar einleuchtende Konzept würde sich jedoch in der Praxis als durchaus problematisch erweisen. Zu aller erst wäre die Determinierung der „optimalen Geldmenge“ eine äußerst schwierige Aufgabe. Wann immer die Geldmenge nicht den wirtschaftlichen Gegebenheiten entsprechen würde, würden diese Ungleichgewichte zu volatilen Zinssätzen und stark schwankenden Inflationsraten führen.

    Bereits mehrmals in der Vergangenheit zeigte sich, dass Zins- und Preisstabilität in einer Volkswirtschaft durch Steuerung der Geldmenge viel schwieriger zu erreichen ist als durch eine Steuerung des „Preises“ des Geldes, sprich des Zinssatzes. Nachdem in dem von Ihnen angeführten Modell das Zentralbankgeld mittels Gutschrift an den Staat in Umlauf gebracht werden sollte, würde sich hier außerdem ein enormer politischer Druck gegenüber der Zentralbank entwickeln, mehr Geld zu emittieren. Bereits in der Vergangenheit zeigte sich öfters, dass eine Vermischung von Geld- und Fiskalpolitik zu einer Destabilisierung der Wirtschaft beiträgt.

    Hinsichtlich der Problematik der in der Vergangenheit in manchen Bereichen durchaus exzessiven Kreditvergabe von Banken und der damit einhergehenden Giralgeldschöpfung ist der Lösungsansatz daher ein anderer:

    Eine erhöhte Eigenkapitalbasis einer Bank verbessert nicht nur deren Widerstandsfähigkeit im Krisenfall, sondern wirkt im Aggregat betrachtet auch dämpfend auf exzessives Kreditwachstum. Ebenso sorgen eine verbesserte Kontrolle bei der Kreditvergaben – einerseits durch die Bank selbst und andererseits auch durch die Aufsicht – für eine weitsichtigere Kreditvergabe, da bekanntermaßen vor allem die mit exzessiver Giralgeldschaffung einhergehenden Kreditblasen negative Auswirkungen auf eine Volkswirtschaft haben können.

    Zusätzlich ist im Rahmen der Basel III Umsetzung eine Deckelung der maximalen Hebelung des Eigenkapitals in einer Bank vorgesehen, welche ebenfalls die Schaffung von Giralgeld durch Banken beschränkt.

    Schließlich wird in Zukunft ein EU-weit einheitliches rechtliches Rahmenwerk für die kontrollierte Insolvenz von Banken jeder Größe sorgen, wodurch es möglich sein wird, dass auch Banken so wie jeder andere Wirtschaftsteilnehmer ohne Kosten für den Steuerzahler aus dem Markt ausscheiden können.

    Ich hoffe, ich konnte mit diesen Ausführungen zur Klärung offener Fragen beitragen.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Mag. Johannes Pasquali
    BMF Kommunikation

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